Vortrag 2011 von Pater Christoph in der Kirche in Unterpreppach
 
Eindrucksvolles Referat von Pater Christoph Kreitmeir machte deutlich:

Dankbarkeit zahlt sich aus in „harter Währung“

Der Franziskaner-Pater aus Vierzehnheiligen zog auch heuer Hunderte von Zuhörern an

Die Kirchengemeinde Unterpreppach hatte dieser Tage den Franziskanerpater Christoph Kreitmeir aus Vierzehnheilgen (links) zu fundamentalen Ausführungen über das  Thema „Dankbarkeit – der Schlüssel zur inneren Zufriedenheit“ eingeladen. Vor nahezu gefülltem Gotteshaus fand der Referent dazu absolut überzeugende Worte und Beispiele. Kirchenpfleger und Mittelsmann Elmar Barth bedankte sich am Ende der Ausführungen ganz herzlich bei Pater Christoph und überreichte eine ortstypische Anerkennung in der Form einer Flasche „Unterpreppacher Bluthund“ (selbstgemachter Sauerkirschlikör). 

Unterpreppach (on): Die hiesige Kirchengemeinde hatte dieser Tage in Jahresabstand zum zweiten Male den weithin bekannten und geschätzten Franziskaner-Pater Christoph Kreitmeir aus Vierzehnheilgen zu einem Vortrag in die Pfarrkirche eingeladen. Mindestens in gleichem Maße wie im Vorjahr überzeugten sowohl die Worte, Beispiele und Zitate des versierten Geistlichen, als auch die angefügte Spendenbitte des Paters für das von seinem Bruder Michael Kreitmeir  vor ca. 12 Jahren gegründete Hilfswerk „Little Smile Sri Lanka“ für singhalesische und tamilische Kinder in Not.

     Wie dankbar und zufrieden sind wir?

Den Einstieg in das heurige Thema: „Dankbarkeit – der Schlüssel zur inneren Zufriedenheit“ verdeutlichte  der Referent unter Bezug auf ein kürzlich in den Medien veröffentlichtes „Glücksranking der Regionen in Deutschland 2011“, wonach die Lebenszufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10  zum Erstaunen Vieler in Hamburg mit 7,38 am höchsten liegt, gefolgt von Niedersachsen mit 7,14, dann aber bereits von Bayern mit 7,10 und Franken mit beachtlichen 7,09.  Die Franken bringen die Frage nach ihrer Zufriedenheit bekanntlich mit der wenig von Glück übersprühenden Antwort „passt scho“ zum Ausdruck. Leider sind es gerade die Deutschen, die gerne jammern, nörgeln, schimpfen, fordern, sich gegen (fast) alles wehren, auf ihr  Recht pochen – ohne zu wissen, dass zufriedene, dankbare Menschen tatsächlich viel gesünder, freudiger, glücklicher und positiv zufriedener  eingestellt sind als ihre Gegenstücke. Es geht im Leben einfach darum, an Hand der inneren Stimme zu lernen, bewusst zu werden, „worums wirklich geht“, nämlich um die „Spur Gottes“, die unweigerlich mit Dankbarkeit verbunden ist. 

     Was lässt uns aufhorchen?

So seien zum Beispiel jene Menschen sehr zu schätzen, die in dramatischen Katastrophengebieten leben und nicht resignieren, sondern für jede kleine Hilfe dankbar sind, die sie aus einem Netz von Menschen erfahren, die oft selbst eigentlich nichts zum Verschenken haben, aber dennoch gerne geistig und materiell helfen. Gerade von solchen Menschen und einer Schar von Ehrenamtlichen lebt auch unsere Kirche heute! Geradezu unverständlich sei für ihn (Pater Christoph) die Voraus-Kritik der Deutschen („dem Land der Dichter und Denker“) über den derzeitigen Papst-Besuch in Deutschland. Mit Anerkennung sehe er die Haltung des früheren Schriftstellers Thomas Mann, der empfahl, „dem Leben zu danken, indem wir es bedenken“. Es geht um das Gedächtnis des Herzens, gesteuert von Kopf, Herz und Hand.

     Innere Zufriedenheit zunehmend geschätzt von Konzernen, Kreditinstituten  u.ä.

Sehr zu bedauern seien die typischen Narzissten (die nur auf das eigene Ich gerichtet sind, d.h. selbstverliebte Egoisten), denn sie suchen das Glück in einer „goldenen Kammer“ statt im eigenen Herzen. Sie versäumen die kleinen Dinge im Leben, welche das irdische Dasein existenzieller machen. Sie merken nicht, dass Dankbarkeit mehr als eine Tugend ist. Dabei sei es längst eine Erkenntnis der Wissenschaft und der Gesundheitsvorsorge, dass Dankbarkeit als Schlüssel der inneren Zufriedenheit nahezu durch nichts zu ersetzen ist; dies erkennen immer mehr Manager grosser Konzerne und selbst zahlreiche Kreditinstitute, die immer häufiger ihr Personal zu einschlägigen Fachvorträgen mit kompetenten Referenten einladen und sich dadurch nachhaltigen Erfolg verssprechen. Schliesslich liegt auf der Hand: dankbare und damit zufriedene Menschen sind angenehme Zeitgenossen, sind  beruflich erfolgreich, gehen die Arbeit positiv an, nörgeln weniger, zeigen kaum Schwächen und sind weniger krank, schon gar nicht wegen des heute nicht seltenen „Burn-out“.  Dankbarkeit ist einfach ein wichtiges Schmiermittel für unsere Gesellschaft!

     Dankbarkeit selbst praktizieren, nicht von anderen erwarten

Schon der frühere Bundespräsident Theodor Heuss  habe betont, dass Dankbarkeit nie von anderen (oft auch nicht von eigenen Kindern) erwartet werden darf, sondern immer von einem selbst ausgehen müsse, denn „Dankbarkeit ist das Privileg einer grossherzigen Seele!“ Der Referent vermittelte die Überzeugung, dass sich Dankbarkeit eigentlich für jeden Beteiligten „in harter Währung“ auszahlen wird.

Dass diese eindringliche Botschaft über die Dankbarkeit „verstanden“ wurde, zeigte der reichhaltige Applaus der Zuhörer, welche am Schluss auch gerne dem Appell des Referenten folgten, nämlich nach Möglichkeit eine Geldspende für das Hilfsprojekt „Little Smile Sri Lanka“ seines Bruders Michael Kreitmeir  für die dortigen Kinder in Not zu geben.

Namens der Kirchengemeinde und aller Teilnehmer aus Nah und Fern bedankte sich Kirchenpfleger Elmar Barth ganz herzlich bei dem überzeugenden Referenten, mit dem die Kirchengemeinde Unterpreppach auch für das nächste Jahr wahrscheinlich eine ähnliche Veranstaltung zur praktischen Glaubensvertiefung einplanen wird.